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Die Self Care-Kompetenz der ÖsterreicherInnen

Am 24. Juli ist der Internationale Self Care Tag. Anlässlich dessen hat die WHO den Monat davor zum Self Care Monat erkoren.

Self Care – das ist die bewusste und eigenständige Entscheidung von PatientInnen, leichte Beschwerden oder Erkrankungen mit rezeptfreien Produkten oder mit Hausmitteln selbst zu behandeln, ohne einen Arzt oder eine Spitalsambulanz aufzusuchen.

Internationale und nationale Self Care Verbände (wie die AESGP oder die IGEPHA) setzen sich für das Thema ein und möchten die Kompetenz von mündigen PatientInnen sichtbar machen und stärken, mit dem Ziel, das Gesundheitssystem durch Self Care zu entlasten.

Spectra Marktforschung hat sich anlässlich des Self Care Day 2021 die Frage gestellt, wie es denn mit der Self Care-Kompetenz der ÖsterreicherInnen aussieht, wann und in welchen Fällen sich die ÖsterreicherInnen eine Selbstbehandlung zutrauen und welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf Self Care hat?

Das Ergebnis: Die ÖsterreicherInnen trauen sich Self Care zu. Am ehesten bei Schnupfen, Kopfschmerzen, Insektenstichen, (Erkältungs-)Husten oder Durchfall. Nur 3% der ÖsterreicherInnen trauen sich bei leichten Beschwerden/Erkrankungen keine Selbstbehandlung zu.

Wie häufig behandeln nun ÖsterreicherInnen leichte Beschwerden/Erkrankungen selbst?

Ausschlaggebend ist dabei, welcher Behandlungsweg beim Auftreten von Beschwerden als allererstes von PatientInnen gewählt wird.

Im letzten Jahr – also etwa seit Ausbruch der Corona-Pandemie – waren 90% der ÖsterreicherInnen von leichten Beschwerden/Erkrankungen betroffen. Am häufigsten waren das Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen, Schlafstörungen oder Durchfall.

Dabei zeigte sich, dass der Self Care Anteil bei leichten Schnittwunden, Kopfschmerzen oder Halsschmerzen am höchsten ist. Bei Beschwerden wie Schnupfen, Durchfall oder Schlafstörungen wird zunächst von einem Drittel nichts unternommen. Bei Rückenschmerzen steigt der Anteil jener, die den Hausarzt konsultieren.

Wo sich die ÖsterreicherInnen über Gesundheitsthemen informieren?

Das Internet, als Informationsquelle bei Gesundheitsfragen, wurde im letzten Jahr von zwei Drittel der Bevölkerung genutzt. Je jünger, desto häufiger wird zunächst (oder zusätzlich) im Internet nach Antworten gesucht. Auch wenn das Internet ein wichtiger Informationskanal ist: Wenn es ganz generell um die Behandlung von leichten Beschwerden/Erkrankungen geht, ist für 42% der ÖsterreicherInnen die Apotheke vor Ort so gut wie immer die erste Anlaufstelle.

Der Einfluss von Corona auf die Self Care-Kompetenz

Bei jedem/r Fünften hat die Corona-Pandemie die Einstellung zur Selbstbehandlung von leichten Beschwerden/Erkrankungen verändert: Es wird versucht, sich zunächst selbst zu behandeln und nicht gleich zum Arzt zu gehen, bzw. allgemein mehr Sport zu betreiben/gesund zu leben oder sich vorab selbst im Internet zu informieren.

Zum Thema Internet: Im letzten Jahr haben 46% der ÖsterreicherInnen ein rezeptfreies Arzneimittel oder Gesundheitsprodukt im Internet gekauft. Internetkäufer haben das im letzten Jahr häufiger getan, als noch in der Vor-Corona-Zeit.

Im Großen und Ganzen sind sich die ÖsterreicherInnen sicher: Self Care wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen, während Ärzte und Spitalsambulanzen wegen leichter Beschwerden zukünftig seltener aufgesucht werden.

Denn die ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass:

  • Jede/r Einzelne mehr Verantwortung für seine eigene Gesundheit übernehmen sollte, um das Gesundheitssystem zu entlasten (80% Zustimmung in der Bevölkerung)
  • Man als Patient sich nur dann an Ärzte/Spitalsambulanzen wenden sollte, wenn dies unbedingt erforderlich ist (78% Zustimmung)
  • Die Corona-Pandemie gezeigt hat, dass der Arzt nicht immer die erste Anlaufstelle sein muss (58% Zustimmung)

 

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Erhebungscharakteristik
Stichprobe:n=1.248 Personen, repräsentativ für die österr. Online-Bevölkerung von 18-69 Jahren
Methodik:Onlinebefragung
Umfrage:43-3942
Feldzeit:7.-23.6.2021
Die maximale Fehlerspanne bei 1.248 Befragten beträgt +/- 2,8%

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