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Trotz Krise und Teuerung – die Liebe zu Haustieren bleibt ungebrochen

Ob Pandemie, Teuerung oder wirtschaftliche Unsicherheit: Haustiere bleiben für die Menschen in Österreich ein verlässlicher Anker im Alltag. Trotz höherer Preise zeigt sich ein bemerkenswerter Trend - die Zahl der Haustierhalter:innen steigt sogar wieder leicht an.

Im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung unter 1.000 Personen wurden Haustierbesitz, die emotionale Bedeutung von Haustieren sowie Ausgaben und genutzte Services rund um die Tierhaltung erhoben.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Studie

  1. Vier von zehn Österreicher:innen haben zumindest ein Haustier.
  2. Katzen (22% der Befragten haben mindestens eine Katze) sind zahlenmäßig häufiger vertreten als Hunde (16%). Das liegt auch daran, dass in vielen Haushalten mehrere Katzen gemeinsam leben, während Hunde ihr „Rudel“ meist exklusiv in der menschlichen Familie finden.
  3. Anders als in vielen anderen Konsumbereichen bleiben die monatlichen Ausgaben für Haustiere stabil, und zwar trotz eines deutlich höheren Preisniveaus in den vergangenen Jahren. Das spricht dafür, dass Ausgaben für Haustiere eine Konstante im Budget darstellen.
  4. Tierärztliche Versorgung und artgerechtes Standardfutter sind Fixposten auf der Ausgabenseite. Zusätzliche Services und Produkte wie GPS-Tracker oder Versicherungen zeigen zwar Potenzial, werden derzeit jedoch nur von einer Minderheit genutzt und würden einen finanziellen Zusatzaufwand bedeuten.
  5. Haustiere werden nicht primär als Kostenfaktor wahrgenommen, sondern als Teil des sozialen Umfelds. Vor allem Hunde und Katzen gelten als Familienmitglieder und Freunde, als Bereicherung des Lebens und als wichtige emotionale Stütze in schwierigen Situationen. Hunde erfüllen darüber hinaus zusätzliche Funktionen im Alltag: Sie motivieren zu Bewegung und Aktivität, vermitteln ein Gefühl von Schutz und Sicherheit und erleichtern häufig auch den Kontakt zu anderen Menschen.

(Linz, 8.5.2026) Tierische Mitbewohner sind für viele Menschen in Österreich längst weit mehr als bloße Begleiter im Alltag. Hunde und Katzen werden häufig wie enge Freunde oder Familienmitglieder gesehen. Sie spenden Nähe, geben Struktur und bereichern das tägliche Leben auf vielfältige Weise. Auch steigende Kosten ändern an dieser engen Bindung nur wenig. Gleichzeitig zeigt sich: Größere Haustiere wie Hunde erfordern naturgemäß mehr finanziellen Spielraum sowie ausreichend Platz. Eine aktuelle Spectra-Eigenstudie zeichnet ein differenziertes Bild davon, welchen Stellenwert Haustiere heute im Leben der Österreicher:innen einnehmen.
 

Haustierhaltung trotz gefühlter Dauerkrise im leichten Aufwärtstrend


Die Zahl der Menschen mit Haustier wird von Spectra seit vielen Jahren erhoben und zeigt über die Zeit ein deutliches Auf und Ab: Anfang der 2010er-Jahre lag der Anteil der Haustierbesitzer:innen bei rund 39 Prozent. In den darauffolgenden Jahren war ein Rückgang zu beobachten, der 2017 mit etwa 30 Prozent seinen Tiefpunkt erreichte.

Dieser Zeitraum fällt in eine Phase wirtschaftlicher Unsicherheit und verhaltener Entwicklung am Arbeitsmarkt. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Lage und Haustierbesitz lässt sich auf Basis der vorliegenden Daten zwar nicht belegen, die Entwicklung legt jedoch entsprechende Zusammenhänge als plausible Interpretationshypothese nahe.

Mit Beginn der COVID-19-Pandemie ab 2020 veränderten sich die Rahmenbedingungen grundlegend: Lockdowns, Homeoffice und eingeschränkte soziale Kontakte führten zu einer verstärkten emotionalen Bedeutung von Haustieren - ein Effekt, der in Europa vielfach als „Pandemie-Haustier-Boom“ beschrieben wird. Seit dieser Phase zeigt sich wieder ein klarer Aufwärtstrend.

In den vergangenen vier Jahren ist der Anteil der Haustierhalter:innen um rund sechs Prozentpunkte gestiegen und liegt aktuell bei 40 Prozent der Bevölkerung in Österreich, die zumindest ein Haustier im Haushalt haben.

Die Daten zeigen zudem ein klares soziodemografisches Muster in der Haustierhaltung. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit für ein Haustier in bestimmten Gruppen höher: so etwa bei Frauen im Vergleich zu Männern, in Haushalten mit höherem Einkommen sowie in Mehrpersonenhaushalten - insbesondere jenen mit Kindern. Menschen, die in Häusern mit mehr verfügbarem Platz leben, entscheiden sich ebenfalls deutlich häufiger für ein Haustier als Bewohner:innen dichter urbaner Wohnlagen. 


Katzen sind nicht nur die heimlichen Haushaltsvorstände, sondern auch die unangefochtenen Nummer-eins-Haustiere in Österreich

22 Prozent der Befragten haben eine Katze im Haushalt, 16 Prozent einen Hund. Deutlich seltener werden Fische sowie Nagetiere bzw. Kleinsäugetiere genannt, die jeweils bei rund 3 Prozent liegen.

Die Wahl des Haustiers folgt dabei erkennbaren Mustern: Katzen sind besonders bei Frauen sowie bei jüngeren und älteren Befragten verbreitet und werden häufiger von Personen genannt, die in Wohnungen leben. Hunde hingegen werden eher von Befragten in mittleren Altersgruppen, mit höherem Einkommen und der Wohnform Haus genannt.

Die Entscheidung für Katze oder Hund hängt damit vermutlich nicht nur von persönlichen Vorlieben ab, sondern steht wohl auch in engem Zusammenhang mit finanziellen Rahmenbedingungen und der verfügbaren Wohnsituation. Auch die Haltestruktur unterscheidet sich deutlich: Während 82 Prozent der Hundebesitzer:innen angeben, genau einen Hund zu haben, berichten 45 Prozent der Katzenhalter:innen, dass sie zumindest zwei Katzen besitzen.
 

Die monatlichen Ausgaben für Haustiere stagnieren bei steigendem Preisniveau


Die Bindung zum eigenen Haustier bedeutet nicht automatisch unbegrenzte finanzielle Spielräume. Im Schnitt werden rund 100 Euro pro Monat (Median) für das eigene Haustier bzw. die eigenen Haustiere ausgegeben. Dieser Wert ist in den vergangenen vier Jahren trotz gestiegener Preise weitgehend stabil geblieben.

Ein möglicher Erklärungsansatz ist, dass sich in diesem Bereich eine Art psychologische Ausgabenschwelle etabliert hat. Viele Haustierhalter:innen scheinen ihre Ausgaben bewusst in einem bestimmten Rahmen zu halten und passen ihr Verhalten entsprechend an – etwa durch eine gezielte Priorisierung einzelner Ausgabenpositionen oder den Verzicht auf zusätzliche Leistungen.

Differenziert betrachtet zeigen sich jedoch Unterschiede: Etwas höhere monatliche Ausgaben finden sich bei Hundebesitzer:innen sowie bei Personen mit höherem Einkommen. Hier dürften sowohl höhere laufende Kosten, insbesondere für Futter, als auch eine intensivere Nutzung von Dienstleistungen eine Rolle spielen. Auch mit zunehmendem Alter der Tierhalter:innen steigt tendenziell die Bereitschaft bzw. Möglichkeit, monatlich mehr für das Haustier auszugeben.


Kosten für Tierärzte und artgerechte Tiernahrung bilden fixe Budgetposten

Rund zwei Drittel der Halter:innen von Katzen und Hunden nehmen regelmäßig tierärztliche Leistungen in Anspruch, etwa bei Erkrankungen oder Verletzungen sowie im Rahmen von Vorsorge-, Impf- und Prophylaxeterminen. Ebenso selbstverständlich ist für viele die Versorgung mit artgerechter Tiernahrung.

Ergänzend, aber deutlich unregelmäßiger, werden zusätzliche Angebote genutzt, etwa Fütterungsberatungen, biologische Tiernahrung oder Informationsangebote in Form von Printmedien rund um Haustiere und Tierhaltung.

Demgegenüber zeigt sich bei einigen Services noch ungenutztes Potenzial: Rund ein Viertel der Hunde- und Katzenhalter:innen nutzt bislang keine entsprechenden Angebote wie Versicherungen für Haustiere, GPS-Tracker zur Ortung, biologische Premium-Tiernahrung oder kostenpflichtige Betreuungs- und Pflegeangebote. Insgesamt handelt es sich dabei vor allem um Dienstleistungen und Produkte, die mit einem zusätzlichen finanziellen Aufwand über die Grundversorgung hinaus verbunden sind.
 

Haustiere sind ein emotionaler, kein monetärer Faktor


Für die allermeisten Haustierhalter:innen ist die Beziehung zu ihrem Tier klar emotional geprägt: Praktisch alle Besitzer:innen von Katzen und Hunden sehen ihr Tier als sehr guten Freund oder als Familienmitglied. Mehr als 80 Prozent beschreiben ihr Haustier als deutliche Bereicherung ihres Lebens. Für gut die Hälfte hilft es sogar in schwierigen Momenten und gegen das Gefühl von Einsamkeit.

Hunde übernehmen darüber hinaus zusätzliche Funktionen im Alltag. Sie sind für viele nicht nur Begleiter, sondern auch Motivation für Bewegung und Aktivität im Freien (76 Prozent der Hundebesitzer:innen). Gleichzeitig vermitteln sie ein Gefühl von Schutz und Sicherheit (70 Prozent), geben dem Alltag eine feste Struktur (51 Prozent) und erleichtern sogar soziale Kontakte zu anderen Menschen (35 Prozent).

Demgegenüber stehen einzelne Einschränkungen wie weniger Flexibilität im Alltag oder zusätzlicher Aufwand durch Schmutz und Organisation im Haushalt. Diese werden zwar von einem Teil der Befragten genannt, spielen insgesamt aber eine untergeordnete Rolle: Weniger als 5 Prozent der Haustierhalter:innen geben an, die Kosten als belastend zu empfinden oder die Entscheidung für ein Haustier im Nachhinein zu bereuen.

Haustiere begleiten den Menschen seit Jahrtausenden in unterschiedlichen Rollen – von Nutztieren bis hin zu engen Begleitern. Auch wirtschaftlich herausfordernde Zeiten und krisenhafte Entwicklungen der letzten Jahre haben die enge Bindung der Österreicher:innen zu ihren Haustieren wenig verändert. Im Gegenteil: Etwas mehr Menschen halten heute ein Haustier und - anders als in vielen anderen Konsumbereichen - bleibt die monatliche Ausgabebereitschaft stabil.

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Erhebungscharakteristik

Stichprobe: n=1.003 Personen, repräsentativ für die österr. Bevölkerung ab 15 Jahre

Methodik: Quotastichprobe, face-to-face (CAPI) Befragung.

Umfrage: 52-5876

Feldzeit: Die Feldarbeit fand im März/April 2026 statt.

Die maximale Fehlerspanne bei 1.000 Befragten beträgt +/- 3,1% (bei einem Konfidenzniveau von 95%).

Brief

Sie haben noch Fragen zum aktuellen Thema?

Kontaktieren Sie uns noch heute

Mag. Thomas Wolfschluckner
Mag. Thomas Wolfschluckner

Erhebungscharakteristik

Stichprobe: n=1.003 Personen, repräsentativ für die österr. Bevölkerung ab 15 Jahre

Methodik: Quotastichprobe, face-to-face (CAPI) Befragung.

Umfrage: 52-5876

Feldzeit: Die Feldarbeit fand im März/April 2026 statt.

Die maximale Fehlerspanne bei 1.000 Befragten beträgt +/- 3,1% (bei einem Konfidenzniveau von 95%).

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