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Wirtschaftsbarometer in Corona Zeiten

Seit 1992, Quartal für Quartal, Jahr für Jahr beobachtet Spectra die Entwicklung diverser Indikatoren, die ein Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung in wirtschaftlicher Hinsicht zeichnen. Covid-19 hat die Befunde gehörig durcheinander gewirbelt.

Expertenschätzungen nach dürfte die Wirtschaftsleistung Österreichs gemessen am BIP heuer um 6%-7% schrumpfen und sich erst ab 2021 langsam wieder erholen. Unsere Zahlen zur Wahrnehmung der Krise in der Bevölkerung zeichnen ein ähnliches Bild: Hohe Verunsicherung im März, aber eine leichte Entspannung ab Mitte Mai was die persönliche Zuversicht betrifft.

Den Zahlen liegen repräsentative Messungen (Basis: österr. Bevölkerung ab 15 Jahre) im Jänner/Februar (n=1.001) und März bzw. Mai/Juni (n=1.002) zugrunde. Die Interviews im März fanden bis zum Shutdown statt (bis 15. März). Die weiteren Interviews zwischen Mitte Mai und Mitte Juni.

Die Stimmungslage in der Bevölkerung hat sich bereits Anfang März deutlich eingetrübt. 50% der Österreicherinnen und Österreicher empfanden ihre Stimmung im Sinne eines Wetterberichts als bewölkt. Anfang des Jahres lag dieser Anteil noch bei 32%. Besonders deutlich wirkte sich die herannahende Krise auch auf den Wirtschaftsoptimismus, den Zukunftsoptimismus und die Erwartung zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit aus. Rund die Hälfte der Bevölkerung erwartete eine wirtschaftliche Abwärtsspirale, steigende Arbeitslosigkeit und sorgenbehaftete kommende 12 Monate.

Nach der Wiederaufnahme der Befragungen nach der Corona-bedingten Pause ist in der persönlichen Sicht der Menschen wieder mehr Zuversicht zu spüren. Wirtschaft und Arbeitslosigkeit machen aber weiterhin große Sorgen. Die Stimmungslage nehmen 45% (53% im März) zumindest als bewölkt, wenn nicht gar regnerisch, wahr. Die Mehrheit beschreibt das eigene Gemüt nun wieder als strahlend blauen Himmel bzw. sonnig. Das Niveau der Vor-Corona Zeit (67%) ist damit noch nicht erreicht. Auch der Zukunftsoptimismus nimmt etwas zu, ohne die üblichen Werte zu erreichen.

Das Konsumklima (Sparneigung; negativ = gehe sparsamer mit Geld um, positiv = gehe nicht sparsamer um) ist nach einem deutlichen Einbruch zu Corona-Beginn schon wieder vergleichbar mit dem Niveau zum Jahresbeginn. Das bedeutet, dass die Bevölkerung der eigenen Einschätzung nach bereit ist, Geld in den Konsumkreislauf zu bringen. Die Frage ist, ob und wann es die Kanäle in ausreichender Form geben wird, dies auch zu tun.

Der Blick auf den Wirtschaftsoptimismus liefert ein anderes Bild. Hier macht sich zusehends Pessimismus breit. 55% erwarten, dass es mit der Wirtschaft weiterhin abwärts geht (19% im Jänner/Februar, 45% im März). Noch etwas mehr, nämlich 60% erwarten zunehmende Arbeitslosigkeit in den nächsten 12 Monaten (28% im Jänner/Februar, 51% im März). Als logische Konsequenz werden vom Staat Investitionen gefordert. Die Forderung nach einem ausgeglichenen Budget tritt zusehends in den Hintergrund. Sofortmaßnahmen und Ausgaben, die Arbeitsplätze sichern und schaffen, sind gefragt.

Die detaillierten Daten des Wirtschaftsbarometers seit Beginn der Messreihe finden Sie HIER – auch für den Download – bereitgestellt.

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